'Celtic Fields' – Stiefkinder der Archäologie
Spuren urgeschichtlicher Beackerung in West-, Mittel- Nord- und Osteuropa: Stereografiken erzeugen

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Mit einem verblüffend einfachen Algorithmus lassen sich aus den Laserdaten Sterografiken, z. B. für Rot-Grün- oder Rot-Cyan-Brillen entwickeln. Diese Brillen lassen sich für wenig Geld im Netz erwerben. Sie müssen stets über eine vorhandene Brille aufgesetzt werden. Die nötigen Umrechnungen lasse ich durch das selbstgeschriebene kleine Programm LASZUXYZ vornehmen, das eine Arc-ASCII-Rasterdatei der Daten als Eingabe erfordert. Ausgegeben werden zwei XYZ-Textdateien, eine für das rechte und eine für das linke Teilbild. Diese müssen wieder z. B. in Global Mapper eingelesen werden, um die Teilbilder als Reliefgrafiken in Graustufen ausgeben zu können. Das Programm berechnet zunächst die Mittelhöhe aller Daten des gewählten Ausschnittes und dann in einem zweiten Gang pro Rasterpunkt die Differenz D vom jeweiligen Z-Wert zur Mittelhöhe, multipliziert mit einem voreingestellten Faktor F. Für jedes Teilbild wird dann ein erneuter XYZ-Wert berechnet, wobei D dem ersten X-Wert zugeschlagen und dem zweiten X-Wert abgezogen wird. Je höher der Faktor D gewählt ist, desto größer fällt die Überhöhung aus. (Das Programm könnte leicht auch auf die direkte Eingabe eines XYZ-Datensatzes erweitert werden.)

Diese beiden XYZ-Datensätze, vom Programm beim Speichern mit den Zusätzen G für grün/links und R für rot/rechts versehen, müssen dann wieder in Rasterdaten umgesetzt werden und sollten mit nicht zu stark eingestelltem Hillshading als Graustufenrelief-Bilddateien ausgegeben werden. Hier ein Beispiel von den 'Celtic Fields' im Elmholz in Angeln, Schleswig-Holstein:

Graustufengrafik für das linke Auge

Graustufengrafik für das rechte Auge

Diese Graustufenbilder müssen dann mit einer geeigneten Bildbearbeitungs-Software zunächst (falls erforderlich) in den RGB-Modus umgewandelt werden. Anschließend ist jedes der Bilder in RGB-Farbkanäle aufzuteilen. Beim linken G-Bild ist der Grünkanal ganz auf weiß zu setzen (meistens über Löschfunktion bzw. weiß eingestellter Farbfüllung), beim rechten R-Bild entsprechend der Rotkanal. Zuletzt werden die Kanäle wieder zusammengeführt und möglichst wenig komprimiert abgespeichert, so dass sich folgendes Bildpaar ergibt:
 

Grünbild für das linke Auge

Rotbild für das rechte Auge

Mit der gleichen Bildbearbeitungssoftware werden dann diese beiden Teilbilder überlagert, wobei entweder eine 50%ige Deckung eingestellt wird oder besser der Modus Multiplizieren. Ersteres wird eine Kontrasterhöhung erforderlich machen, das zweite normalerweise eine Erhöhung des Gammawertes zur allgemeinen Aufhellung. Zum Schluss ist noch ggf. der Maßstab einzublenden. So sieht dann das Resultat (bei gewähltem Faktor 3) aus:

Diese Grafik lohnt allerdings nur das Betrachten mit einer Rotgrün- oder Rotcyanbrille, die stets über einer ggf. erforderlichen normalen Brille getragen werden sollte. Falls man nicht an diese Art der Betrachtung gewöhnt ist, muss man dem Auge (eigentlich dem Gehirn) viel Zeit lassen. Man merkt, dass mit dem Faktor 3 schon recht extreme "Höhenunterschiede" erzeugt werden, allerdings lassen erheblich niedrigere Werte schwache Parzellenrandwälle (unten 0.5) nicht wirklich hervortreten:

Übrigens: wer rotgrünblind ist, kann trotzdem den Stereoeindruck erleben! Nur bei Einäugigkeit oder der recht seltenen echten Unfähigkeit zum stereoskopischen Sehen bringt diese Art der Darstellung nichts.

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